Google Trends zeigt, wann und wo Menschen bei Google nach etwas suchen. So sehen Sie im Voraus, wann die Nachfrage nach Ihrem Angebot steigt und wann sie wieder fällt. Das Tool nennt keine Suchvolumen, sondern einen relativen Wert von 0 bis 100. Richtig gelesen reicht dieser Wert, um Ware, Werbung und Inhalte auf die Wochen abzustimmen, in denen Ihre Kunden tatsächlich suchen.
Diese Anleitung erklärt, was Google Trends misst, wie Sie es Schritt für Schritt nutzen und wie aus einer Kurve ein Arbeitskalender wird.
Was ist Google Trends?
Google Trends ist ein kostenloses Tool unter trends.google.com. Es zeigt, wie sich das Suchinteresse an einem Begriff oder Thema über die Zeit, nach Land und nach Bundesland entwickelt. Google nutzt dafür eine Stichprobe echter Suchanfragen und normalisiert die Daten. Deshalb können Sie einen Skiverleih im Januar mit demselben Verleih im Juli vergleichen, oder Bayern mit Schleswig-Holstein, auf derselben Skala.
Neben der Websuche lassen sich Bildersuche, News, Google Shopping und die YouTube-Suche auswählen. Wer Produkte verkauft, ist mit der Shopping-Ansicht näher an der Kaufabsicht als mit der allgemeinen Websuche.
Was bedeuten die Werte von 0 bis 100?
Hier liegt das häufigste Missverständnis. Laut den häufigen Fragen zu Google-Trends-Daten wird jeder Datenpunkt durch alle Suchanfragen in derselben Region und im selben Zeitraum geteilt. Das Ergebnis wird anschließend auf eine Skala von 0 bis 100 umgerechnet.
Konkret heißt das:
- 100 ist der höchste Punkt im angezeigten Diagramm, für diesen Begriff, diese Region und diesen Zeitraum.
- 50 bedeutet, dass der Begriff halb so beliebt war wie am Höchstwert.
- 0 bedeutet zu wenige Daten, nicht null Suchanfragen.
Daraus folgen zwei Dinge. Eine steigende Kurve kann bedeuten, dass mehr Menschen Ihren Begriff suchen, oder dass er einen größeren Anteil an allen Suchen hat. Und ein Wert von 80 in einem Diagramm ist mit 80 in einem anderen Diagramm nur vergleichbar, wenn Begriff, Region und Zeitraum identisch sind. Wer zwei Produkte vergleichen will, stellt sie in dasselbe Diagramm.
Google erklärt außerdem, dass wiederholte Suchen derselben Person in kurzer Zeit entfernt, Suchanfragen mit Sonderzeichen wie Apostrophen herausgefiltert und nur Begriffe mit ausreichendem Suchinteresse angezeigt werden. Deshalb wirken kleine Nischen oft flach oder leer.
Google Trends nutzen: Schritt für Schritt
- Begriff eingeben: das Produkt oder die Dienstleistung, die Sie verkaufen, mit den Worten Ihrer Kunden.
- Suchbegriff oder Thema wählen. Ein Suchbegriff entspricht den eingegebenen Wörtern. Ein Thema fasst Suchen zum selben Konzept zusammen, in allen Sprachen.
- Region festlegen: weltweit, Deutschland oder ein Bundesland.
- Zeitraum festlegen. Für Saisonalität die letzten fünf Jahre, für einen Nachrichtenpeak die letzten sieben Tage.
- Kategorie und Suchart wählen, wenn der Begriff mehrdeutig ist („Jaguar“ als Auto oder Tier) oder wenn Sie Produkte verkaufen (Google Shopping).
- Vergleichsbegriffe hinzufügen über das Feld zum Vergleichen.
- Nach unten scrollen: Interesse nach Region, verwandte Themen und verwandte Suchanfragen.
Jedes Diagramm hat eine Schaltfläche für den CSV-Download. Wenn Sie die Fünfjahresdaten einmal im Jahr speichern, haben Sie eine Referenz für die nächste Planung.
Begriffe vergleichen
Erst der Vergleich macht Google Trends zu einem Entscheidungswerkzeug. Stellen Sie Ihre Optionen in dasselbe Diagramm und lesen Sie sie auf derselben Skala. Ein Gartencenter könnte etwa „Kunstrasen“, „Rasensamen“ und „Rollrasen“ vergleichen, bevor es entscheidet, was im Frühjahr beworben wird.
Die Hilfeseite zum Vergleich von Suchbegriffen und Themen nennt, wie viele Begriffe möglich sind, und das Limit hängt von der Version der Seite „Entdecken“ ab. In der Praxis reichen drei bis fünf Optionen für ein gut lesbares Diagramm.
Ein paar Regeln für faire Vergleiche:
- Vergleichen Sie Wörter, die Menschen wirklich eingeben, nicht interne Produktnamen.
- Prüfen Sie, ob jeder Begriff in Ihrem Markt nur eine Bedeutung hat.
- Behalten Sie für alle Begriffe dieselbe Region und denselben Zeitraum.
- Ist ein Begriff mehrdeutig, wechseln Sie zum passenden Thema oder grenzen die Kategorie ein.
Saisonalität: Wann wird nach Ihrem Angebot gesucht?
Die Saisonalität ist die wertvollste Information, die ein kleines Unternehmen aus Google Trends ziehen kann. Fünf Jahre Daten zeigen, ob die Nachfrage jedes Jahr in denselben Wochen ihren Höhepunkt erreicht, ob sich dieser Höhepunkt nach vorne verschiebt und wie tief die Nebensaison ist.
Nehmen wir einen fiktiven Händler für Klimaanlagen. In den letzten zwölf Monaten zeigt Google Trends im April einen Wert von 25, im Juni 80 und im Juli 100, im September wieder 30.
Die Lesart ist einfach: Wenn das Interesse am Höchstwert ist, ist es zu spät, um Ware zu bestellen oder Inhalte zu schreiben. Der richtige Moment ist der Beginn des Anstiegs.
| Was Sie planen | Wann, gemessen an der Kurve |
|---|---|
| Warenbestellung | Vor dem Anstieg, mit Blick auf die Lieferzeiten |
| Neue Seiten, Ratgeber, FAQ | Vier bis acht Wochen vor dem Anstieg, damit Google sie indexieren kann |
| Werbekampagnen | Während Anstieg und Höhepunkt, mit mehr Budget im Höhepunkt |
| Newsletter und Social Media | In den ersten Wochen des Anstiegs, wenn Kunden vergleichen |
| Abverkauf und Rabatte | Wenn das Interesse nach dem Höhepunkt sinkt |
Die vier bis acht Wochen sind ein vorsichtiger Erfahrungswert, keine Angabe von Google. In umkämpften Märkten braucht eine neue Seite oft länger, bis sie rankt.
Verwandte Suchanfragen und steigende Suchen
Unter dem Diagramm listet Google Trends verwandte Themen und verwandte Suchanfragen in zwei Ansichten. Die Top-Ansicht zeigt die Suchen, die am häufigsten zusammen mit Ihrem Begriff gestellt werden. Die steigenden Suchanfragen zeigen das stärkste Wachstum gegenüber dem vorherigen Zeitraum. Ab einem Wachstum von über 5000 % erscheint statt einer Prozentzahl ein besonderer Hinweis, wie die Hilfe zu verwandten Suchanfragen erklärt.
Für ein kleines Unternehmen sind die steigenden Suchen eine Ideenliste zum Prüfen:
- neue Produktnamen oder Modelle, nach denen Kunden fragen;
- neue Probleme („Klimaanlage riecht“ im Frühjahr);
- lokale Fragen („Klimaanlage einbauen Kosten München“), die eine eigene Seite verdienen;
- Namen von Mitbewerbern, die zeigen, mit wem man Sie vergleicht.
Behandeln Sie jede Idee als Hinweis, nicht als Tatsache. Ein starker Anstieg in einer kleinen Region kann auf wenigen zusätzlichen Suchen beruhen.
Google Trends im kleinen Unternehmen einsetzen
So fließt Google Trends kostenlos in Ihre Entscheidungen ein:
- Ware und Personal. Planen Sie Bestellungen und Aushilfen rund um den jährlichen Höhepunkt statt nach Erinnerung an das Vorjahr.
- Zeitpunkt der Kampagnen. Starten Sie Such- und Social-Kampagnen, wenn das Interesse zu steigen beginnt. Der Ratgeber zu den Google-Ads-Kosten hilft beim Budget.
- Redaktionsplan. Veröffentlichen Sie den Ratgeber zur saisonalen Frage vor der Saison und aktualisieren Sie ihn jedes Jahr.
- Regionaler Fokus. Das Interesse nach Region zeigt, wo ein Produkt stärker gesucht wird. Nützlich, wenn Sie nur in bestimmte Gebiete liefern oder einen zweiten Standort prüfen.
- Die richtigen Wörter. Verwenden Sie in Titeln und Produktseiten die Begriffe, nach denen gesucht wird, nicht die aus Ihrem Katalog.
Grenzen von Google Trends
Google selbst betont, dass Trends keine wissenschaftliche Umfrage ist und nur eine Datenquelle unter mehreren sein sollte. Die wichtigsten Grenzen:
- Keine Suchvolumen. Ein Begriff mit 100 kann in einem kleinen Markt trotzdem selten gesucht werden.
- Stichprobe und Rauschen. Kleine Begriffe und kurze Zeiträume zeigen Schwankungen und plötzliche Spitzen, die keine echte Nachfrageänderung sind.
- Geringe Volumen werden zu 0. Viele B2B-Nischendienstleistungen erscheinen gar nicht.
- Kein Bezug zu Ihren Verkäufen. Trends beschreibt den Markt, nicht Ihre Website oder Ihr Geschäft.
Für Volumen liefert der Keyword-Planer in Google Ads Spannen. Für Ihre eigene Sichtbarkeit brauchen Sie die Daten Ihrer Website.
Google Trends und Search Console kombinieren
Google Trends zeigt die Nachfrage im Markt. Die Google Search Console zeigt, wie viel davon Ihre Website abholt: Impressionen, Klicks und Position für die Suchen, bei denen Sie erscheinen. Lesen Sie beides jeden Monat zusammen.
Sinken Ihre Impressionen in der Search Console im Oktober und zeigt Google Trends, dass der gesamte Markt jeden Oktober zurückgeht, gibt es nichts zu reparieren: Das ist Saisonalität. Bleibt der Markt stabil oder wächst er, während Ihre Impressionen fallen, liegt das Problem bei Ihnen, etwa verlorene Positionen oder eine Seite, die nicht mehr rankt. Dieser Vergleich bewahrt Sie vor Panik in der Nebensaison und vor falscher Ruhe, wenn Sie tatsächlich Boden verlieren.
Dasselbe gilt für den Website-Traffic insgesamt: Vergleichen Sie immer mit demselben Monat des Vorjahres, bevor Sie Schlüsse ziehen.
Klyrax bündelt Search Console, Google Analytics 4 und Ihre Werbeplattformen in einer Übersicht und vergleicht jede Zahl mit dem Vorzeitraum. Der monatliche schriftliche Bericht erklärt dann in einfachen Worten, was sich verändert hat. Legen Sie die Google-Trends-Kurve Ihres wichtigsten Produkts daneben, und Sie wissen, ob ein Rückgang am Markt liegt oder an Ihrer Website.
Häufige Fragen
Zeigt Google Trends die Anzahl der Suchanfragen?
Nein. Google Trends zeigt relatives Interesse, keine Suchvolumen. Jeder Datenpunkt wird durch alle Suchanfragen in derselben Region und im selben Zeitraum geteilt und dann auf eine Skala von 0 bis 100 umgerechnet, wobei 100 der höchste Punkt im Diagramm ist. Für Suchvolumen nutzen Sie den Keyword-Planer von Google Ads oder die Impressionen in Ihrer Search Console.
Was bedeutet der Wert 0 in Google Trends?
Der Wert 0 bedeutet, dass Google Trends für diesen Begriff, diese Region und diesen Zeitraum nicht genügend Daten hat. Er bedeutet nicht, dass niemand gesucht hat. Google zeigt nur Begriffe mit ausreichendem Suchinteresse, deshalb stehen Nischenprodukte, kleine Orte oder sehr kurze Zeiträume oft bei null. Wählen Sie einen breiteren Begriff, eine größere Region oder einen längeren Zeitraum.
Ist Google Trends kostenlos?
Ja. Google Trends ist kostenlos und läuft im Browser unter trends.google.com. Für das Erkunden von Begriffen, Vergleiche, Filter nach Land, Region, Zeitraum, Kategorie und Suchart sowie für verwandte Suchanfragen brauchen Sie kein Konto. Die Daten jedes Diagramms lassen sich als CSV-Datei herunterladen, etwa für einen eigenen Saisonkalender.
Was bedeutet Breakout bei Google Trends?
In den Feldern für verwandte Themen und verwandte Suchanfragen zeigt die Ansicht der steigenden Suchanfragen die Begriffe mit dem stärksten Wachstum gegenüber dem vorherigen Zeitraum. Liegt das Wachstum über 5000 %, zeigt Google Trends statt einer Prozentzahl einen besonderen Hinweis, in der englischen Oberfläche Breakout. Für kleine Unternehmen kann das auf ein neues Produkt oder einen neuen Bedarf hinweisen.
Wie weit reichen die Daten von Google Trends zurück?
Für die Websuche beginnen die Daten von Google Trends im Jahr 2004. Sie können Zeiträume von der letzten Stunde bis zum gesamten Zeitraum wählen. Kurze Zeiträume zeigen stündliche oder tägliche Werte, lange Zeiträume wöchentliche oder monatliche. Für die Saisonalität eignen sich die letzten fünf Jahre, damit ein ungewöhnliches Jahr das Bild nicht verzerrt.
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